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endlich am Start, das Pferd war zu lang im Stall und scharrt jetzt mit den Hufen, uns ist etwas mulmig, das Herz pocht. Ist die Tour packbar? Oder eine Schnapsidee? Wir haben die Idee, unseren Traum so lange gehegt und gepflegt, bis er, unser Plan, so groß und startbereit geworden ist. Jetzt sollte uns jemand anstupsen, zumindest verabschieden. Den gewohnten, liebgewonnenen Komfort zu verlassen, wenn auch nur für eine Episode, kostet mehr Überwindung als wir uns eingestehen. Die Vorbereitung, sie begann früh, es gab so vieles zu bedenken und doch, zum Schluß war es überhastet, alles noch am letzten Drücker, „in zwei Tagen fahren wir los und es ist noch gar nichts gepackt“ (o Ton Balkan Express/ Jochen Mesle). Jedes gepackte Stück, jedes Detail innerlich abgewogen und entschieden. Lagen wir richtig? Weniger ist doch mehr und zuviel wird unpackbar schwer. Wobei, wir leben schon lange im Alltag mit dem Fahrrad, wir wissen, mit welchen Socken unsere Zehen nicht abfrieren. Und vieles andere wissen wir und doch, es kann vieles passieren auf dem Fahrrad.
Wir hörten, Radfahren ist wieder- gefundene Freiheit. Wo war sie, die verlorene, die jetzt auf dem Fahrrad wiedergefunden werden soll? Sie war nie weg, sie steckte morgendlich, abendlich, zu Ferienbeginn und zu Ferienende, in der rush hour, im Stau. Der Stau ist es, der uns am vorankommen hindert und der löst sich für uns jetzt endlich auf.